Arbeiten in der „Schlinke“ gehen voran

Der Verbindungsweg „Schlinke“ zwischen den Limeshainer Ortsteilen Hainchen und Himbach wird an markanten Wegestellen zurzeit umgebaut. Wasser, aber auch alte Obstsorten, sollen dort im Mittelpunkt stehen, wenn im April 2027 die interkommunale Landesgartenschau (LGS) in Oberhessen beginnt. Bei einer Baustellenführung konnten sich die Teilnehmenden, die von Bürgermeister Adolf Ludwig begrüßt wurden, ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten machen.
06.10.26 / Gemeinde Limeshain

Mit dabei waren auch sein künftiger Amtsnachfolger, Christian Dietzel und Frank Müller vom Hauptamt der Verwaltung, der für die Belange der LGS verantwortlich ist, sowie Florian Herrmann, einer der Geschäftsführer der LGS GmbH. Der würdigte sogleich die Gemeinde, die als eine der ersten aus dem Kreis der Kommunen Projekte für die LGS vorangetrieben und Förderanträge gestellt habe. Als sogenanntes Eingangsportal für Besucher der LGS aus dem Südwesten dürfte sich Limeshain mit seinen Vorhaben durchaus sehenswert präsentieren. Die Natur mit den Streuobstwiesen und dem geplanten Streuobstlehrpfad in Himbach und Hainchen und die Geschichte der Römer stehe in Limeshain im Fokus und werde entsprechend präsentiert. Neben den Ankerstädten Bad Salzhausen und Gedern, die die klassischen Themen einer LGS bedienten, gehörten die anderen neun Kommunen mit ihren für sie jeweils authentischen Projekten dazu, mit Projekten, die letztendlich den Bürgerinnen und Bürger zugutekommen.

Mit Chris-Marvin Wolf, dem Vorsitzenden des Traditionsvereins Hainchen und dem 2025 gegründeten Obst- und Gartenbauvereins, und Karl-Heinz Margraf vom Natur- und Vogelschutzverein Hainchen, nahmen zwei Männer an der Veranstaltung teil, die maßgeblich das Projekt Schlinke angestoßen hatten. Die Beiden ergänzten die Erläuterungen von Frank Müller und Nils Werner von der ausführenden Landschafts- und Gartenbaufirma. Architekt Reinhold Melzer präsentierte zusätzlich die Pläne für die Renaturierung des Grabens entlang des Weges und der Umgestaltung der Quelle. Mit der Unteren Wasserschutzbehörde sei im Vorfeld alles abgesprochen worden, sagte Müller. Der Graben, in dem trotz der anhaltenden Trockenheit Wasser lief, werde kurz nach dem Einstieg am Ende der Klostergasse begehbar gemacht und das Wasser dort maximal knietief sein. Ein Stück weiter in Richtung Himbach war bereits eingefasste Quelle sichtbar. Hierzu gab Margraf weitere Erläuterungen. Der Hang oberhalb der Einfassung berge mehrere Quellen, und weiter oben seien noch Reste eines Bassins vorhanden. Ende der 1940er Jahre hätten die Bürger Hainchens von dort ihre eigenen Leitungen bis fast in die Ortsmitte verlegt, um sich mit Wasser zu versorgen, bevor ganz offiziell In den 1950ern Wasserleitungen verlegt wurden. Gegenüber der Quelle werde ein Rast- und Ruheplatz unter schattigen Bäumen errichtet. Informationstafeln sollen mehr zur Geschichte des Wassers dort erzählen. Ebenso wird auf die wiederentdeckte Wildfrucht Myrobalane, eine Pflaumenart, hingewiesen, die entlang des Weges wächst. Fest stand nach der Führung für die Teilnehmenden, dass aus der schon jetzt viel genutzten Schlinke, ein attraktiver Weg wird. Vielleicht etabliert sich auch das „Schlinkefest“, das in diesem Jahr als Testlauf organisiert worden sei, unter anderem mit einem Bobbycar-Rennen, hoffte Ludwig.

Im Rahmen der Führung wiesen Ludwig und Müller noch auf weitere Projekte im Zusammenhang mit der LGS hin. Die Umsetzung des Streuobstlehrpfads soll zur LGS fertig sein. In Rommelhausen werde der Wald als Lebensraum präsentiert. Dort sollen klimaresistente Bäume gepflanzt werden und der bestehende Limesrundweg zu Spaziergängen einladen. Von Hainchen aus wird der Weg in Richtung Düdelsheim ertüchtigt, und unter anderem einen herrlichen „Keltenblick“ in Richtung Glauberg bieten. Nussbäume seien im Rahmen des Nussecken-Projekts der LGS in den Ortsteilen gepflanzt worden. Und in Himbach wird der Garten am historischen Rathaus umgestaltet.