Kinderideen werden Wirklichkeit

Erster Spatenstich für Multifunktionalen Fest- und Freizeitplatz in Ranstadt
03.11.26 / Gemeinde Limeshain

Wer einem Kind eine Bauleitplanung mitsamt Genehmigungsverfahren erklären möchte, braucht gute Argumente. Er muss erklären, warum das oft so lange dauert und so viele Leute mitreden. Und dabei ist es aus Sicht der Kinder so einfach, wenn doch die Idee stimmt ...

Die lautete: „Wäre doch toll, wenn man neben der Rollsportanlage in Ranstadt noch einen Platz zum Klettern, Ballspielen und für Fitness hätte.“ Gut, es dauerte dann zwei Jahre, bis aus diesem Wunsch Wirklichkeit wurde. Doch es zeigt, dass auch Kinder etwas zu sagen haben. Nun erfolgte der erste Spatenstich für den multifunktionalen Fest- und Freizeitplatz in der Oberriedstraße 5 in Ranstadt. Die Fläche ist eine Einladung, sich zu bewegen und sich zu treffen. Die Kinder standen bei dem Termin in der ersten Reihe.

Herzstück ist eine rund 16 mal 31 Meter große, multifunktionale Sportfläche, die unter anderem für Fußball, Basketball und Volleyball genutzt werden kann. Dank mobiler Tore, Körbe und Netze lässt sie sich flexibel anpassen und bei Bedarf auch für Veranstaltungen und Feste nutzen. Ergänzt wird das Angebot durch einen Calisthenics-Bereich mit Trainingsgeräten für Übungen mit dem eigenen Körpergewicht. Der Platz eignet sich für weitere Freizeitangebote wie Gymnastik, Yoga oder gemeinschaftliche Aktionen. Auch Oma und Opa können sich hier mit dem Rollator bewegen und ganz nah dabei sein. Auf der Fläche wird ein EPDM-Boden verlegt. Das ist ein fugenloser Fallschutzbelag, der aus recyceltem Material besteht. Die große Eiche in einer der Ecken ist Teil der neuen Fläche und als Schattenspender eingeplant.

Die ursprüngliche Idee für das Projekt geht auf den Förderverein der Laisbachschule Ranstadt zurück. Gemeinsam mit ihren Eltern entwickelten die Kinder erste Vorstellungen, bastelten ein Modell und stellten ihre Ideen den Gemeindegremien vor. Dort hinterließen sie offenbar Eindruck. Ein wichtiger Meilenstein war es auch, als Femke Houy, damals in der fünften Klasse, mit dem Modell beim LEADER-Beirat vor 40 Erwachsenen erschien und für das Projekt warb. Und das erfolgreich, wie Silvia Kirmes von der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Regionalentwicklung im Wetteraukreis, kurz WiReg, erzählte. Denn Ranstadt – die Gemeindevertreter hatten die Ausgaben auf 240.000 Euro gedeckelt – erhielt etwa 96.000 Euro Förderung für den Platz. „Es lohnt sich, eine Idee weiterzuverfolgen und dafür zu kämpfen“, ermutigte Kirmes.

Einmal erlitten die Schüler einen Rückschlag. Das Modell, das in der Schule stand, wurde demoliert und musste mühevoll wieder repariert werden. Die Umsetzung im Großformat macht jetzt keiner mehr kaputt. Damit lernten die Kinder und Jugendlichen nicht nur die politischen Abläufe kennen, sondern auch, dass ein Rückschlag nicht gleich Aufgeben bedeutet. Bürgermeisterin Cäcilia Reichert-Dietzel dankte den Kindern und Eltern für ihren Einsatz. Und an Silvia Kirmes gewandt: „Wir haben noch weitere Ideen.“

„Wann wird der Platz fertig sein?“, wollte der achtjährige Arthur Naumann wissen. „Wann wird der Platz fertig sein?“, wollte der achtjährige Arthur Naumann wissen. Das hängt von den Temperaturen ab, wann auf dem Belag gespielt werden darf. Aber spätestens im Frühjahr zur Landesgartenschau Oberhessen, so hoffen die Beteiligten, könnte das der Fall sein.

Das Freizeitgelände Ried bietet für Familien sehr viel, ist dann so etwas wie eine großzügige Open-Air-Spielfläche: Hier kann man Fußball spielen, grillen, skaten oder mit dem Laufrad über die Wellen reiten, vor dem Brandschutz-, Bildungs- und Begegnungszentrum (BBBZ) in der Nachbarschaft boulen und in ein paar Monaten auch auf der neuen Fläche Ball spielen oder seine Muskeln trainieren.