„Sei häbbi bis unners Käbbi!“
Mirabelle oder Zwetschge?
Beides! Am liebsten frisch vom Baum gepflückt oder auf dem Kuchenblech!
Du bist in Burgholzhausen am Rande der Wetterau geboren. Der Obstanbau war dort gang und gebe. Erinnerst Du Dich an einen besonders schönen Moment dort?
Mit am schönsten waren die Frühstücks- und Kaffeepausen mit der Großfamilie an der frischen Luft unter den herrlichen Obstbäumen! Man hat zusammen geerntet, war stolz auf das, was man heruntergeschüttelt und aufgelesen hat.
In Deinen Videos rufst Du dem Reh oder dem Herrn Specht einen „Schönen Sonndaach“ zu und ermutigst Deine Follower zum Waldspaziergang. Warum?
Schon ein kurzer Spaziergang im Wald oder in einem schönen Park lässt uns zur Ruhe kommen. Am liebsten würde ich jeden Tag wandernd verbringen! Es sind Geräusche, Gerüche, Farben oder Beobachtungen, die einen beflügeln.
In welchem Moment reifte in Dir die Entscheidung, beruflich die Menschen zum Lachen zu bringen?
Als kleiner Junge habe ich immer die zwei Herren „Dick & Doof“ im Fernsehen geschaut. Das hat mich damals schon so beeinflusst, dass ich später auch beruflich solchen Blödsinn machen wollte. Und ich hab’s dann getan!
Du liebst Stan Laurel und Oliver Hardy alias Dick und Doof. Auch Otto Walkes hat Dich sehr geprägt. Was macht sie besonders?
Laurel und Hardy sind wie große Kinder. Auch Otto hat sich das bewahrt. Das ist vielleicht die Botschaft von einigen Komikern: Sich immer ein bisschen das Verspielte zu bewahren und nicht alles zu ernst zu nehmen.
Das politische Kabarett lebt davon, andere durch den Kakao zu ziehen. Die Figur Maddin kann im Stehen entschleunigen und nimmt sich selbst aufs Korn. Was ist Maddins wichtigste Eigenschaft?
Bei allem Chaos im Leben und den Widrigkeiten des Alltags doch immer am Ende sich nicht die gute Laune nehmen zu lassen. Mein Motto: Sei häbbi bis unners Käbbi!
Wie erwachsen darf die Figur Maddin werden?
Natürlich wird auch der Maddin älter und etwas reifer. Auch ändert sich das ein oder andere Thema. Aber er bleibt staunend und versucht immer wieder, etwas dazu zu lernen. Die Begeisterung kennt kein Alter. Ich bewundere Otto Waalkes für seine ungebrochene Leidenschaft für Humor und Bühne.
Es gibt sicherlich Tage, an denen man nicht gut drauf ist, aber weiß, dass gleich mehrere tausend Augenpaare auf einem ruhen. Wie gehst Du mit solchen Situationen um?
Ich nehme das als eine gute Challenge! Dadurch lerne ich, dass wir unser Befinden mehr steuern können, als wir oft meinen. Wir können den Schalter von minus auf plus legen!
Du hattest mal erzählt, dass ein Regisseur zu Dir während der Dreharbeiten gesagt hatte: „Stell dich neben den Baum und sei glücklich“. Hast Du es gemacht?
Klar! Eine solche Gelegenheit zum Glücklichsein kann man sich doch nicht entgehen lassen!
Du bist seit neuestem Botschafter der Landesgartenschau Oberhessen. Ein Blick in die Glaskugel: Was werden die Gäste und Oberhessen im Herbst 2027 wohl sagen?
Ei, de Maddin.
Zur Person: Martin „Maddin“ Schneider
Martin „Maddin“ Schneider wurde am 25. Mai 1964 in Bad Homburg geboren, wuchs in Burgholzhausen auf und lebt heute in der Nähe von Marburg. Seine Karriere begann beim Hessischen Rundfunk, 1990 folgte sein erstes Bühnenprogramm. Bekannt wurde er durch Fernsehshows wie „RTL Samstag Nacht“, „7 Tage, 7 Köpfe“ und „Schillerstraße“ sowie durch seine Rolle als Zwerg Speedy in den „7 Zwerge“-Kinofilmen. Sein unverwechselbares Hessisch, die gedehnten Laute und Wortschöpfungen wie „Aschebeschär“ machten ihn zur Kultfigur. Seit 2024 tourt der Comedian, Schauspieler und Autor mit seinem Programm „SCHÖNE SONNDAACH!“ durch den deutschsprachigen Raum.
Am 19. August tritt Maddin Schneider gemeinsam mit seinem Schauspielerkollegen Norbert Heisterkamp während der Open-Air-Kinovorstellungen auf der Landesgartenschau Oberhessen auf. Montag bis Donnerstag kommen bekannte Schauspieler, Regisseure und Drehbuchautoren nach Bad Salzhausen. Am Donnerstag, 19. August, steht der Film „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ auf dem Programm. Im Anschluss plaudern die beiden aus dem Nähkästchen und stehen den Gästen Rede und Antwort.