Über 15.000 Stauden für die Regengärten
15 Mulden miteinander verbunden
Die 15 Mulden entlang der Eberhard-Bauner-Allee ähneln einem Kanalnetz. Sie sind mit Rinnen und der Straßenentwässerung verbunden und sollen den Kanal entlasten. Sind die Regenmulden gefüllt, läuft das Wasser in den tieferliegenden Rasenbereich in der Mitte. Dieser wiederum ist mit dem Seemenbach verbunden. Etwa 6500 Kubikmeter Wasser können sich auf dieser Retentionsfläche ausbreiten. „Wichtig bei der Auswahl der Stauden sind Klimaresilienz, Artenvielfalt, unterschiedliche Wuchshöhen und Nahrungsangebote für die heimische Fauna. Gleichzeitig wurde darauf geachtet, robuste und pflegearme Arten auszuwählen“, erklärt Ulrike Hansen-Röper, die gärtnerische Leiterin der Landesgartenschaugesellschaft. Die Pflanzen müssen sowohl mit feuchten Bedingungen als auch mit längeren Trockenphasen zurechtkommen. Zudem sollen sie langlebig und insektenfreundlich sein.
„Ein gutes Beispiel ist die Anemone sylvestris, das Waldwindröschen“, erklärt Landschaftsarchitektin Anette Schött, die vom Planungsbüro mit der Umsetzung der Gestaltung beauftragt wurde. In den Mulden der Regengärten wird unter anderem Kopfgras (Sesleria autumnalis) gepflanzt, das als besonders klimaresilient gilt. Salbei, eine sehr beliebte Futterpflanze für Wildbienen oder Mädchenauge finden sich in den oberen Bereichen der Mulden, ebenso Strandflieder und verschiedene Astern. Rittersporn wäre dagegen für diesen Standort ungeeignet.
Kontinuierliche Pflege spart Zeit
Die Blütezeiten sind so abgestimmt, dass sich die Pflanzen im Verlauf der Vegetationsperiode abwechseln und über viele Monate hinweg unterschiedliche Akzente setzen. Jedes Beet ist farblich aufeinander abgestimmt. Einige Pflanzen ziehen sich dabei wie ein verbindendes Element durch sämtliche Beete.
Der Klimahain, der auf der gegenüberliegenden Seite liegt, besitzt trotz seiner Nähe zum Seemenbach einen eher trockenen Standort. Er erhält den Charakter einer artenreichen Staudenwiese, die ihr vollständiges Erscheinungsbild erst im kommenden Jahr entwickeln wird. Dort werden die Pflanzen lockerer verteilt sein und nacheinander blühen. Auch farblich wird der Bereich vielfältig gestaltet.
Ebenso wichtig wie die Farbenvielfalt ist der Pflegeaufwand. „In Büdingen haben wir viele Flächen, die weniger als fünf Minuten Pflegeaufwand pro Quadratmeter und Jahr benötigen“, sagt Anette Schött. Voraussetzung für dieses Zeitmanagement sei die Regelmäßigkeit. Je kontinuierlicher die Pflege erfolge, desto effizienter und zeitsparender werde sie.
Info:
97 neue Bäume
Im neuen Stadtpark werden 97 neue Bäume gepflanzt. Dazu gehören verschiedene Ahornsorten, Schwarznuss, Sumpfeiche, Platane, Flatterulme sowie Erlen, Eschen und Pappeln. Gepflanzt werden außerdem drei Pekannussbäume im Rahmen des Projekts „Nussecken“ sowie ein sogenannter Oberhessenbaum – ein von Pomologe Timo Berk veredelter Apfelbaum. Die erste Pflanzphase ist bereits abgeschlossen, die zweite folgt im Herbst.